12.-15-2.: LampedusaFestival in Zürich in der Roten Fabrik

Vom 12. Feb. - 15. Feb. findet in der Roten Fabrik das LamedusaFestival in Zürich statt; organisiert von der ASZ, dem Verein Connact und der Roten Fabrik. Es finden Dikussionen, Filmpräsentationen, Workshops, Ausstellungen, eine Theaterauffürung, politische Begegnunen etc. statt.

[[{"type":"media","view_mode":"media_large","fid":"132","attributes":{"alt":"","class":"media-image","height":"480","style":"line-height: 1.538em; width: 339px; height: 480px; float: right; margin-left: 40px; margin-right: 40px; margin-bottom: 40px;","typeof":"foaf:Image","width":"339"}}]]«LampedusaFestival in Zürich» versteht sich als ein Ort des Austauschs und als ein Satellit von «LampedusaInFestival».

«LampedusaInFestival ist das aktuell bedeutendste Festival zum Thema Migration.» 
Fernand Melgar, Schweizer Filmemacher, u.a. «Vol spécial»

Plaktat/Programm als PDF zum Download
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Do–So: Ausstellungen, Kurzfilme, Hörspiel und Workshop

Sulla stessa barca (Im selben Boot) von Mauro Biani:

Mauro Biani ist einer der aufmerksamsten und aktivsten Beobachter der Migration in Italien. Seine Arbeiten sind geprägt von der Überwindung der Grenzen der italien-ischen Satire, die häufig in Wiederholungen gefangen oder eine Karikatur ihrer selbst ist, unfä-hig, der Welt etwas Wesentliches mitzuteilen. www.maurobiani.it

Dietro FrontEx von Francesco Piobbichi (Zeichnungen):

Francesco Piobicchi vom Osservatorium Mediterranean Hope sagt: «Frontex hat nicht die Aufgabe, Menschenleben zu retten, sondern die Grenzen gegen die Immigration zu verstärken.»

Porto M in Zürich von Collettivo Askavusa:

Im Museum Porto M (M für Migration, Meer, Militarisierung, Mobilisierung, Menschlichkeit etc.) sammeln Mitglieder des Kulturkollektivs Askavusa auf Lampedusa Gegenstände, die sie am Strand oder auf den gestrandeten Schiffen gefunden haben. Es sind Gegenstände, die Migrant_innen und Flüchtlinge verloren, zurückgelassen haben.
www.askavusa.wordpress.com/con-gli-oggetti/

Grafiken aus dem «Atlas des migrants en Europe» von migreurope – observatoire des frontières:

Jedes Jahr sterben Tausende von Migrant_innen, die in überfüllten Booten das Mittelmeer überqueren wollen durch Ertrinken oder Erschöpfung. Viele dieser Menschen flüchten aus Krisen- oder Kriegsgebieten, und es ist ihnen nicht möglich, auf legale Weise nach Europa zu kommen. Der Atlas der europäischen Migration dokumentiert die dramatische Situation an den euro- päischen Aussengrenzen.
www.migreurop.org

Drei Kurzfilme:
Gunpowder flowers von Sal- man Vakii und Sahar Darvishzadeh, 6’/2014/Iran
Home & Key von Shwan Attoof, 15’/2014/Iraq
LampedusaInFestival, von Yonis Hassan, Raphael Jakob, Bah Sadou, Harika Jakob 20 Min, 2014, Schweiz

Klang und Veränderung in Lampedusa:

Das Hörspiel von Lucio Santin ist ein Versuch, Lampedusa und ihre historischen Veränderungen mit und durch ihre Klänge zu beschreiben, um damit eine historische Klangethnografie zu produzieren.

Workshop: Kartographien der Gedächtnisse:

Das Projekt «Gedächtnis der Geflüchteten in der Schweiz», eine Kooperation zwischen dem Raum für die Autonomie und das Ferlernen RAF_ASZ im Kochareal und dem Vermittlungsteam der Shedhalle, organisiert zusammen mit Harika Jakob, Aktivistin der ASZ einen 4-tägigen Workshop mit Kursteilnehmenden der ASZ und anderen Geflüchteten. Dabei wird eine Auseinandersetzung mit den Ausstellungen des LampedusaFestivals geführt. Anhand der eigenen Erfahrungen wird die Vielfalt von Erinnerungen und Emotionen von Geflüchteten in Dialog mit den künstlerischen Positionen der Ausstellungen treten und eine eigene Ausdruckform finden. Der Workshop richtet sich an alle geflüchteten Menschen.
Der Workshop findet von Donnerstag bis Samstag, jeweils 14:00 bis 18:00 Uhr statt.
Schlussgespräch am Sonntag 15. Februar 15:30.

 

Das Programm im Detail

Donnerstag 12. Februar:
19:00 Uhr Vernissage der Ausstellungen und Konzert mit Giacomo Sferlazzo Giacomo Sferlazzo ist Liedermacher, Künstler und Aktivist aus Lampedusa. Er ist Mitbegründer des Collettivo Askavusa, Mitinitiant von «LampedusaInFestival» und hat bisher drei CDs produziert.
www.ifiglidiabele.wordpress.com

Freitag 13. Februar
ab 16:00 Uhr Ausstellungen

19.30 Uhr
Film: Va Pensiero – Storie ambulanti
Regie: Dagmawi Yimer, 2013, 56 Min. (OmeU)
Va pensiero dokumentiert die dramatische Geschichte zweier ras- sistischer Überfälle in Mailand und Florenz und die mühevollen Versu- che der Opfer, zu einem normalen Leben in Italien zurückzukehren. Der Film lebt von den Hauptdarstellern: Mohamed Ba, Griot, Schauspieler und Erzieher aus Senegal, der seit 14 Jahren in Italien lebt, und von Mor Sougout und Cheikh Mbengue, auch sie senegalesische Immigranten.
www.va-pensiero.org

Anschliessend Gespräch mit dem Hauptdarsteller Mohamed Ba und Vertreter_innen der Autonomen Schule Zürich
www.bildung-fuer-alle
www.controrazzismo.jimdo.com

Samstag 14. Februar:

ab 14:00 Uhr Ausstellungen

16:00 UhrFilm: Lampedusa, 3 di ottobre
Regie: Antonino Maggiore / LiberaEspressione, 2013, 42 Min. (OmeU)

Dokumentarfilm über die Ereignisse der Schiffskatastrophe vom 3. Oktober 2013 vor Lampedusa mit 366 Toten. Augenzeug_innen- berichte von Retter_innen und Überlebenden der Tragödie.

Anschliessend Diskussion mit dem Collettivo Askavusa und Antonio Mazzeo.

Askavusa aus Lampedusa wurde 2009 gegründet nach Demonstrationen gegen die Schaffung eines Identifizierungs- und Aus- schaffungszentrums. Zurzeit beschäftigt sich Askavusa vor allem mit der zunehmenden Militarisierung der Insel und führt die Proteste gegen die gesundheitsschädigenden Auswirkungen von mehreren Radaranlagen auf Lampedusa an.

Der Journalist Antonio Mazzeo beschäftigt sich in seinen Essays und Reportagen u.a. mit der Militarisierung des Mittelmeerraumes.

www.askavusa.wordpress.com

antoniomazzeoblog.blogspot.com

20:00 Uhr
Watch the Med – Alarmtelefon für Flüchtlinge in Seenot Diskussion mit Judith Gleitze, Sizilien-Verantwortliche von borderline-europe, und Father Mussie Zerai, eritreischer Seelsorger in der Schweiz
«Watch the Med Alarm Pho- ne» heisst ein Notalarmtelefon für Flüchtlinge im Mittelmeer, das seit Oktober 2014 bedient wird. Der eritreische Pfarrer Mussie Zerai lebt in der Schweiz und unterhält sein eigenes Nottelefon. Seine Nummer zirkuliert seit 2004 unter Flüchtlin- gen und hat vielen Menschen das Leben gerettet.

www.boderline-europe.de
www.facebook.com/abbamussie.zerai

21.30 Uhr Film: Les messagers

Hélène Crouzillat et Laetitia Tura, 2014, 67 Min. (OmeU)

Der Film berichtet von der Grenze zur spanischen Enklave Melilla und lässt «beide Seiten» zu Wort kommen: Sowohl Flüchtlinge, die darauf warten, über den Zaun in die Festung Europa zu gelangen, als auch Grenzschützer der Guardia Civil, welche dies mit allen Mitteln zu verhindern suchen.

Sonntag 15. Februar

ab 13:00 Uhr Ausstellungen

14:00 Uhr Möglichkeitenund Grenzen migrantischer Selbstorganisation Selbstorganisation von Mig-
rant_innen auf den Gemüseplanta- gen in San Severo (Apulien). Vor- führung des zwölfminütigen Films «Fuori dal Ghetto», von Duccio Fac- chini und Diskussion mit Papa Latyr Faye und Elettra Griesi.

Mamadou Dabo, ein Aktivist der Autonomen Schule Zürich plant seine Rückkehr und beabsichtigt, in
der Region Casamance (Senegal) ein Fischzuchtprojekt aufbauen. Das Projekt will mit ökologischer Aqua- kultur der Überfischung des Meeres begegnen und in der ärmeren, vom Meer entfernt lebenden Bevölke- rung Arbeitsplätze schaffen.

https://artvillagesansevero.wordpress.com/ghetto-out-la-voce-dei-migranti/

www.casamangepoissons.ch

15:30 Uhr Schlussgesprächdes Workshops Kartographien der Gedächtnisse

«Der weisse Antirassismus wird uns nicht retten.»

Das Resultat des Workshops

«Kartographien der Gedächtnisse» wird in einem politischen Gespräch präsentiert. Harika Jakob, politi- sche Aktivistin der ASZ, und Felipe Polania vom Vermittlungsteam der Shedhalle werden über Möglichkei- ten und Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit zwischen geflüch- teten Aktivist_innen und Mehrheits- angehörigen im politischen und an- tirassistischen Kampf sprechen und diskutieren.

17:00 Uhr

Film: The Land between

Gewinnerfilm von LampedusaInFestival 2014

Regie: David Fedele, 2014, 78 Min. (OmdU)

An der Grenze zwischen Marokko und der spanischen Enklave Melilla: Auf Überwachungs-kameras ist zu sehen, wie Menschen den mit Stacheldraht gesäumten Zaun überwinden wollen. David Fedele versucht, diesen Menschen ein Gesicht zu geben. Gedreht hat er in den Bergen von Gourougou bei Melilla, wo Tausende Flüchtlinge auf den richtigen Moment war- ten, den Zaun zu überwinden und in ein spanisches Auffanglager zu gelangen.
www.thelandbetweenfilm.com

19:30 Uhr
Théâtre Senza – Miraculi,Aktionshalle
Die internationale Truppe des Théâtre Senza nimmt das Publikum mit auf eine Reise zu Europas südlichster Insel: Lampedusa. Auf dieser Reise treffen sie Fischer, Tourist_innen, Migrant_innen, das Militär, Kinder, Hunde. Auf Lampedusa ist nichts, wie es scheint oder wie es sein sollte. In diesem erfundenen Stück existieren Geschichten nebeneinander oder kollidieren miteinander und zeigen ein bewegendes Porträt des Lebens an der Grenze. Das Theaterstück ist zwar vielsprachig, aber universal verstänlich.

www.theatresenza.com

Alle Veranstaltungen sind gratis, Kollekte