23.10.: FARID – In Zürich oder irgendwo (Zürcher Filmpremiere)

Dokumentarfilm, CH 2013, Regie/Script: Pino Esposito, farbe, 87 min. dt. OF /////
Rote Fabrik (Clubraum), Seestrasse 395
Donnerstag 23.10. 20 Uhr

Zürcher Filmpremière mit Regisseur Pino Esposito und Mitwirkenden

Endlich ist er da, der Film über Zürich aus der Sicht jener, die am Rand leben: Sans Papiers, abgewiesene Asylsuchende, ausländische Clochards, illegale Prostituierte, die auf irgendeine Art hier ein Zuhause suchen!

Der palästinensische Schriftsteller Farid Dhamrah steht im Zentrum des Films. Er ist ein abgewiesener Asylsuchender, der Tagebuch führt in Form von Notizen über zerbrochene Träume von Migranten, die mehr oder weniger illegal und in Einsamkeit in Zürich leben.

Dem in Kalabrien geborenen und seit 1994 in Zürich lebenden Filmregisseur Pino Esposito ist ein Meisterwerk der einfühlenden Beobachtung gelungen. Seine poetische Dokumentation nimmt einen wichtigen Platz ein in den Bewegungsfilmen, die in und über Zürich seit den Jugendunruhen der 80er Jahre entstanden sind. Der Autonomen Schule Zürich (ASZ) kommt im Film eine besondere Bedeutung zu: als Ort des Widerstands und der Hoffnung.

Muriel Gnehm in der Basler Zeitung: "Der Regisseur gibt den Sans Papiers eine Stimme, für die der Begriff Heimat längst bedeutungsleer geworden ist. Er zeigt, wie sie die Tage rumkriegen, indem sie deutsche Vokabeln pauken, ohne zu wissen, ob sie diese irgendwann brauchen können. Aber er hält die Kamera auch auf solche, die dieser heimatlose Zustand kaputt macht. Da sind ein Ballonmann der durch die Stadt irrt, ein Drogen Abhängiger, der sich einzig im Heroin geborgen fühlt, ein Saxofonspieler, dessen Klänge ganze Pärke mit Melancholie füllen. Das Leben rund um die Engelstrasse im Kreis 4 ist alles andere als paradiesisch. Esposito macht den Autor Fand Dhamrah zur Hauptperson und verleiht seiner Dokumentation dadurch eine poetische Note. Ein berührender Film, dessen Wirkung durch die liebevoll arrangierten Bilder verstärkt wird."

Über die Veranstaltungsreihe «Film in Bewegung»:
Durch das Internet wird heute das Arbeiten mit Filmkameras in sozialen Bewegungen und in der Alternativkultur vielfältiger und professioneller. Videos können ohne grossen Aufwand in verschiedenste Bewegungszusammenhänge eingebaut werden. Doch werden dadurch die Filme besser? Und erreichen sie auch ein Live-Publikum und nicht nur die online-community? In «Film in Bewegung» kommen Filmschaffende zu Wort, die Einblicke in ihre Arbeit geben und im Gespräch mit dem Publikum der Frage nachgehen, ob sich Anspruch und Wirklichkeit von Gegenöffentlichkeit decken - damals und heute.

Konzeptbüro Rote Fabrik und AV-Productions NIGG in Zusammenarbeit mit der AG Kino der Autonome Schule Zürich (ASZ)

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