ASZ erhält Anerkennungspreis der Paul-Grüninger-Stiftung

Mit grosser Freude hat die Autonome Schule Zürich (ASZ) letzten Freitag von der Paul-Grüninger-Stiftung einen Anerkennungspreis in der Höhe von 10'000.- Franken für ihren Einsatz für Flüchtlinge in der Schweiz und als migrantische Selbstorganisation entgegengenommen.

Wie WOZ-Redaktor Kaspar Surber in seiner Laudatio betonte, soll die Anerkennung der ASZ im Namen eines Polizeikommandanten, der seinen persönlichen Handlungsspielraum voll genutzt hat, für die heutigen Behörden der Stadt Zürich ein Signal sein: Die Autonome Schule hat endlich ein festes Haus verdient.

Solidarität mit den anderen Preisträgern: der andalusischen Landarbeiter_innen-Gewerkschaft SOC-SAT und dem Refugee Protest Camp Vienna!
Wir bedanken uns bei der Paul-Grüninger-Stiftung herzlich für diese wertvolle Anerkennung! Dankbar sind wir auch der Offenen Kirche St. Jakob für die Empfehlung zum Preis. Unsere Solidarität und Hochachtung geht an die beiden andern Geehrten, die andalusische Landarbeiter_innen-Gewerkschaft SOC-SAT (Hauptpreis) und die Aktivist_innen des Refugee Protest Camp in Wien (Anerkennungspreis), die sich mit grossem persönlichen Risiko für die Rechte von Migrant_innen einsetzen. Mehr Infos zu den beiden Organisationen weiter unten.


SAT-Mitglieder bei der Besetzung eines Landguts
Foto: Jorge Guerrero, Getty Images

Spendenaufruf
Wegen der starken staatlichen Repression und der damit verbundenen Anwaltskosten und Bussgeldern sind die SOC-SAT und das Refugee Protest Camp Vienna dringend auf unsere finanzielle Unterstützung angewiesen. Wir rufen euch deshalb dazu auf, die beiden Organisationen in ihrem wichtigen Kampf zu stärken. Spenden können auf folgende Konten einbezahlt werden:

SOC-SAT: Kontinhaber: SAT | Bank: CAJASOL - LA CAIXA | Kontonummer: 2100 7126 48 2200079583 | IBAN: ES63 |BIC (SWIFT):CAIXESBBXXX
Refugee Protest Camp Vienna: Kontoname: Kunstprojekt "Fluchthilfe & Du" | BIC: BAWAATWW | IBAN: AT71 1400 0100 1015 4931 | Zweck: Rechtshilfe #Fluchthilfeprozess

Gegen die Kriminalisierung des Mutes!
Alt Bundesrätin Ruth Dreifuss betonte in Ihrer Festrede: Im Kampf um Menschlichkeit braucht es auch die Bereitschaft zum Ungehorsam. Die Würde des Menschen muss manchmal zum Preis der Illegalität verteidigt werden. Mit der Verleihung von Preisen an die SOC-SAT und das Refugee Protest Camp Vienna hat die Paul-Grüninger-Stiftung ein starkes Zeichen für diesen Ungehorsam und gegen die Kriminalisierung des Mutes gesetzt. Sie wird ihren eigenen Massstäben gerecht und zeigt selbst Mut in ihrem Einsatz für Menschenrechte.


Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss bei ihrer Festrede (Foto: Heinz Koeppel)

Der Paul-Grüninger-Preis: Erinnerung an einen mutigen Fluchthelfer im 2. Weltkrieg
Die Paul-Grüninger-Stiftung  wurde 1998 von den Nachfahren jenes St. Galler Polizeikommandanten gegründet, der 1938 tausende Flüchtlinge illegal einreisen liess und ihnen damit das Leben rettete. Paul Grüninger wurde deshalb 1939 fristlos entlassen und lebte bis zu seinem Tod in Armut. Er wurde erst 1995 posthum vom Bezirksgericht St. Gallen freigesprochen und rehabilitiert. Die Stiftung vergibt regelmässig einen Preis an Personen und Organisationen, die sich in ähnlich mutiger und selbstloser Weise für Menschenrechte einsetzen.

SOC-SAT: Staatliche verfolgter Kampf für die Rechte der Landarbeiter_innen in Andalusien
Der Hauptpreis in der Höhe von 50'000 Fr. geht an die andalusische Landarbeiter_innen-Gewerkschaft SOC-SAT. Die von Landarbeiter_innen gegründete und geführte Gewerkschaft wurde und wird vom spanischen Staat immer wieder mit drakonischen Geld- und Haftstrafen überzogen. Neben ihrer Hilfe und Beratung für Tausende von Migrantinnen aus Nordafrika und Osteuropa greift die Gewerkschaft auch zu Mitteln der direkten Aktion wie z. B. Landnahme von ausbeuterischen Latifundienbesitzer_innen oder Demonstrationen, um die Öffentlichkeit aufzurütteln. Einen eindrücklichen Bericht über die Gewerkschaft findet ihr in der aktuellen WOZ.

Refugee Protest Camp Vienna: Gegen die Kriminalisierung von Widerstand
Im Winter 2012 zogen Asylbewerberinnen und Asylbewerber aus dem österreichischen Betreuungszentrum Traiskirchen zu Fuss in die Stadt Wien, um auf ihre prekären und menschenunwürdigen Lebensbedingungen aufmerksam zu machen. Wochen und Monate campierten die Flüchtlinge in der eiskalten Wiener Votivkirche und im Servitenkloster: Nach vielen Aktionen und Protesten wurden acht von ihnen aus Österreich abgeschoben. Weitere Flüchtlinge wurden verhaftet und wegen Schlepperei angeklagt, weil sie ihren Freunden in der Not geholfen hatten. Die Paul Grüninger Stiftung unterstützt den Widerstand dieser Flüchtlinge gegen unmenschliche Verhältnisse und spricht dem Refugee Protest Camp Vienna, eine Anerkennung in der Höhe von 10 000 Franken aus. Mehr zum Fluchthilfeprozess hier: http://prozess.report/fluchthilfe/



(Quellen: PS-Artikel von Hannes Lindenmeyer; Pressemitteilung der Paul-Grüninger-Stiftung; ASZ)