Eindrückliche Menschenkette gegen die Polizeikontrollen rund um die ASZ


Bild: Klaus Rozsa

Mit einer Menschenkette vor dem Schulhaus der Autonomen Schule Zürich (ASZ) in Zürich-Altstetten haben heute rund 200 Personen gegen die ständigen Polizeikontrollen in unmittelbarer Nähe der ASZ protestiert. Sie fordern von Polizeivorsteher Richard Wolff ein sofortiges Ende der Kontrollen.

Rund 200 Personen haben heute vor dem Schulhaus der ASZ in Zürich-Altstetten eine Menschenkette gebildet, um so die Schule und ihre Schüler_innen symbolisch vor polizeilichen Übergriffen zu schützen. Die Kette reichte von der Haltestelle Bachmattstrasse bis zum Lindenplatz. „Stopp Polizeikontrollen“ oder „Keine Repression gegen Aktivisten der ASZ!“ war auf den Transparenten zu lesen. Mit Kartonkärtchen zeigten die Protestierenden der Polizei symbolisch die Rote Karte.
Anschliessend zogen die Protestierenden zum Lindenhof, wo Reden gehalten wurden. „Lassen Sie unsere Schule in Ruhe, damit wir in Ruhe Deutsch lernen können!“, forderte ASZ-Aktivist Abed Azizi die Polizei auf. In einem Brief, der bei der Kundgebung verlesen wurde, kritisierte eine Kursteilnehmerin den Rassismus der Polizei.

Ständige Polizeikontrollen vor Sans-Papiers-Schule

Die ASZ ist ein selbstorganisiertes migrantisches Bildungsprojekt, in dem kostenlose Deutschkurse einen Grossteil der Schulaktivitäten ausmachen. Daneben finden Fremdsprachenkurse und zusätzliche Projekte wie eine eigene Zeitung, Diskussionsveranstaltungen, Ausstellungen sowie ein wöchentliches Kino statt. Mittlerweile nehmen jede Woche rund 500 Personen an den Kursen teil, vor allem Asylsuchende und Sans-Papiers.
Fast täglich gibt es rund um den Standort der ASZ an der Bachmattstrasse in Altstetten Polizeikontrollen, die sich gegen Kursteilnehmende und Mitglieder der Schule richten. Die Kontrollen finden an der nahegelegenen Tramstation statt oder direkt am Eingang der Zwischennutzung des Vereins „Zitrone“, in dessen Gebäude sich die ASZ befindet. Unrühmlicher Höhepunkt der Übergriffe war letzten November die grundlose Verhaftung eines ASZ-Aktivisten in der Bibliothek der Schule.

Auch Nationalrat Glättli kritisiert die Polizei

In die Menschenkette eingereiht hatte sich auch Nationalrat Balthasar Glättli (Grüne, ZH), Ehrenpräsident der Sans-Papiers Anlaufstelle Zürich (SPAZ). Auch er kritisiert die Polizei: "Mein Zürich ist eine offene Stadt, die Freiwilligenarbeit und Selbstorganisation von Migrant_nnen und Sans-Papiers schätzt und schützt und nicht polizeilich schikaniert!"

Mit weiteren Protesten ist zu rechnen

Die ASZ fordert von Polizeivorstand Wolff und seiner Polizeiführung, dass die Polizeikontrollen in der unmittelbaren Nähe der ASZ sofort aufhören und die Vereinbarung von Juli 2014 eingehalten wird. Zudem fordert sie, ein Ende des „racial profiling“ auf dem gesamten Stadtgebiet. Sollten die Forderungen der ASZ nicht erfüllt werden, ist mit weiteren Protestaktionen zu rechnen.

Bei all den vielen Menschen, die heute mitgemacht haben, bedanken wir uns herzlich für ihre Solidarität!

Mehr Bilder unserer Aktion findet ihr hier.

Vorläufige Presseschau
Landbote, AZ, Limmattaler: Hintergrundbericht, Aktionsbericht und Interview mit Wolff
Tages-Anzeiger: Hintergrundbericht und Interview mit Wolff
20min: Aktionsbericht mit Stellungnahme von Wolff
NZZ: Ziemlich ausführlicher Bericht mit Klarstellung der ASZ, dass wir die Kontrollen gemeldet hatten
tsüri.ch: Bericht mit Videos
Bluewin: SDA-Meldung (a.k.a. Kurzversion unserer Medienmitteilung)