Fr 14h Sechseläutenplatz: Schule auf der Strasse – die Autonome Schule Zürich ist seit gestern obdachlos

(Medienmitteilung)

Die Autonome Schule Zürich steht seit gestern auf der Strasse. Deshalb nimmt sie sich morgen Freitag, 6.11., um 14 Uhr den Sechseläutenplatz zum Schulzimmer – um auf ihre prekäre Lage aufmerksam zu machen, aber auch, um den Schulbetrieb trotzdem weiterzuführen.

Nach der gestrigen Räumung des Schulhauses an der Bachmattstrasse steht die Autonome Schule Zürich (ASZ) nun auf der Strasse. Deshalb wird sie morgen Freitag, 6. November, um 14 Uhr den Sechseläutenplatz im Herzen der Stadt zum Schulzimmer machen, Stühle nebeneinander reihen, Tafeln aufstellen und das tun, was sie immer tut: einen Raum bieten, in dem alle voneinander lernen können. Aktivist_innen, die vorbeigehende Interessierte über die ASZ informieren, ergänzen die Aktion.

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Wird morgen zum Schul-«Haus» der ASZ: Der Sechseläutenplatz.

Wichtiger Treffpunkt in der Stadt

Die ASZ ist in den letzten 7 Jahren zu einem zentralen Begegnungsort von Sans Papiers, Flüchtlingen und anderen Migrant_innen und Einheimischen geworden. Die kostenlosen Deutschkurse machen einen Grossteil der Schulaktivitäten aus, daneben finden weitere Fremdsprachenkurse sowie eine Reihe zusätzlicher Projekte wie eine eigene Zeitung, Kino, Ausstellungen, Lesungen, Konzerte und vieles mehr statt. Die ASZ handelt nach dem Prinzip „Bildung für Alle“: Jeder Mensch hat ein Recht auf Bildung unabhängig von Herkunft, Geschlecht und finanziellen Möglichkeiten.

Die ASZ ist ein Ort des Austauschs. Sie zeichnet sich durch eine konsequent antirassistische Haltung aus. Sie steht für eine emanzipative Lern- und Diskussionskultur, an der jeder und jede das Recht hat teilzunehmen: „Alle die hier sind, sind von hier!“

Die ASZ hat ein breites Solidaritätsnetz um sich aufgebaut. Längst haben sich eine Vielzahl von Organisationen und Prominenten zur ASZ bekannt, darunter Milo Rau, Mattea Meyer sowie der französische Philosoph Alain Badiou, der die Schule Anfang Oktober besucht hat, aber auch das Maxim Theater, das Neumarkt Theater sowie ein breites Spektrum von Kulturschaffenden, Wissenschaftler_innen und Politiker_innen (siehe Solidaritätsliste im Anhang).

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Für ihr weiteres Bestehen benötigt die ASZ einen festen, bezahlbaren und zentralen Ort in der Stadt Zürich, der genug Platz für das ganze Projekt bietet. Die ASZ befindet sich derzeit in Gesprächen mit der linksgrünen Stadtregierung. Man bemüht sich eine Lösung für das Raumproblem zu finden. Seit der Besetzung des Stadthauses im März 2013 und der damit verbundenen Eingabe einer Petition mit fast 10'000 Unterschriften steht die ASZ mit der Stadt in Kontakt. Eine mögliche Lösung hätte es vor einem Jahr in den ehemaligen ZHdK Gebäuden am Sihlquai gegeben. Leider ist diese aufgrund des hohen Preises sowie der konkret angebotenen räumlichen Situation nicht zustande gekommen. Zu den aktuellen Gesprächen mit der Stadt kann die ASZ keine Auskunft geben, da sich diese noch in der informellen Gesprächsphase befinden. Sie wird am nächsten Montag mit einer weiteren Medienmitteilung ihr weiteres Vorgehen kommunizieren.

Die ASZ ist für die Stadt unentbehrlich und hat einen festen Platz in ihrem Zentrum verdient – und zwar jetzt. Wir lassen uns nicht verdrängen.

Mehr:
Solidaritäserklärung von Prominenten und Organisationen
Unterstützungsstatements von Kulturschaffenden und Politiker_innen