Neonazi-Angriff in der Zürcher Innenstadt

[[{"type":"media","view_mode":"media_large","fid":"105","attributes":{"alt":"","class":"media-image","style":"width: 350px; height: 350px; float: right; margin-right: 50px; margin-left: 50px; margin-bottom: 50px;","typeof":"foaf:Image"}}]]Am Donnerstagabend haben Neonazis in der Zürcher Bahnhofstrasse eine Gruppe von jungen Griech_innen angegriffen. Eines der Opfer musste mit einer Augenverletzung ins Spital gebracht werden. Wir veröffentlichen hier die Mitteilung des Vereins griechischer Studierenden in Zürich (www.efsz.ethz.ch).

Am Donnerstag,  6. November, um etwa 23 Uhr stieg eine vierköpfige Gruppe von Griech_innen in ein Tram an der Haltestelle Rennweg. Die zwei Männer und die zwei Frauen arbeiten oder studieren alle in Zürich. Im Tram befand sich bereits eine Gruppe von drei jungen Männern, die  Lärm machte und Nazi-Hymnen sang.

Nazi-Hymnen und Slogans für die „Goldene Morgenröte“

Nachdem die Neonazis feststellten, dass die neu zugestiegene Gruppe aus Griechenland kommt, provozierten sie die Griech_innen mit Slogans zur Unterstützung der „Goldenen Morgenröte“, der griechischen Neonazi-Partei (siehe unten), und mit Nazi-Parolen, die Adolf Hitler verherrlichten. Als die Griech_innen dagegen protestierten, griffen die Neonazis die zwei Männer der Gruppe an, schlugen auf sie ein und stiessen auch eine der Frauen weg.
Der Kampf ging an der Tramhaltestelle Bahnhofstrasse weiter, obwohl die Griech_innen versuchten, ihn zu beenden. Erst als die Polizei gerufen wurde und einige Passanten eingriffen, war er zu Ende. Einer der Griechen musste mit einer Augenverletzung ins Spital gebracht werden. Einer der Neonazi wurde verhaftet, die zwei anderen konnten entkommen. Der Verhaftete ist identifiziert und wird angeklagt.

Neonazismus im Aufwind: Juristische Bestrafung und gesellschaftliche Marginalisierung notwendig

Der Angriff erfolgte aus dem einzigen Grund, dass die griechische Gruppe demokratisch und friedlich ihren Widerspruch gegen die Verherrlichung von Hitler und Nazismus äusserte. Der Neonazismus ist momentan in ganz Europa im Aufstieg begriffen, auch wegen der sozialen Spannungen, welche die anhaltende Finanzkrise verursacht hat. Obwohl die Schweiz nicht so hart betroffen ist, spürt sie die Krise in der Form einer zunehmenden Arbeitsmigration.
Wie der Vorfall vom Donnerstag zeigt, reift der Neonazismus auch in Zürich heran. Unter diesen Bedingungen ist es unbedingt nötig, dass solch extremistischen und gewalttätigen Elemente für ihre Handlungen juristisch verfolgt und bestraft werden und dass die ganze schweizerische Gesellschaft sie marginalisiert.

Ein paar Infos zur Neonazi-Partei „Goldene Morgenröte“

Die „Goldene Morgenröte“ ist eine griechische Neonazi-Gruppe, die seit den Wahlen von 2012 mit 18 Sitzen im griechischen Parlament vertreten ist. Mehrere ihrer Parlamentarier sitzen momentan im Gefängnis und werden sich im Dezember vor Gericht dem Vorwurf der Bildung einer kriminellen Organisation stellen müssen. Die „Goldene Morgenröte“ war an Tausenden von Angriffen gegen Immigrant_innen in Griechenland beteiligt. Einige von diesen Angriffen endeten tödlich. Sie greift auch Mitglieder und Unterstützer_innen von linken Parteien und Gewerkschaften an. Im September 2013 erstach ein Mitglied der Partei auf offener Strasse den linken Musiker Pavlos Fyssas. Dieses Ereignis provozierte die sehr späte Reaktion des griechischen Staates gegen die Neonazi-Gruppe.

Wir müssen uns individuell und kollektiv gegen die Verletzung unserer demokratischen Rechte erheben, um die Verbreitung des Hasses zu stoppen. Für eine demokratische Gesellschaft, die das menschliche Leben respektiert. An all die hasserfüllten Menschen da draussen: Wir haben keine Angst.

Nie wieder Faschismus!
Freiheit – Demokratie – Gleichheit - Würde